Was ist Analtraining?
Geduldiges Herantasten statt Größe um jeden Preis – wie Analtraining funktioniert und worauf es dabei wirklich ankommt.
Analtraining beschreibt das schrittweise, geduldige Herantasten an größere Größen oder längere Trageeinheiten beim Anal Plug, ganz ohne Zeitdruck oder Wettbewerb. Es geht über das gelegentliche Tragen eines einzelnen Toys hinaus und ist im BDSM-Glossar eng mit dem Anal Plug verwandt.
Was ist Analtraining?
Analtraining bezeichnet das schrittweise Gewöhnen des Körpers an anale Stimulation und größere Größen – meist mit einer Serie von Plugs oder Dilatoren, die in kleinen Stufen zunehmen. Ziel ist nicht ein bestimmter Umfang als Selbstzweck, sondern ein entspannterer, schmerzfreier Umgang mit analer Stimulation, sei es als Vorbereitung auf Analsex, größere Toys oder einfach als eigenständige Praxis.
Warum Analtraining?
Der Schließmuskel reagiert auf Druck zunächst instinktiv mit Anspannung. Wer diesen Reflex kennt und lernt, bewusst zu entspannen, macht anale Stimulation insgesamt angenehmer und reduziert das Risiko von Schmerzen oder kleinen Verletzungen. Analtraining wird deshalb häufig als Vorbereitung auf Analsex oder größere Toys genutzt, funktioniert aber genauso gut als eigenständige Praxis ohne weiteres Ziel.
Für manche steckt darin noch mehr als reine Vorbereitung: das bewusste Innehalten, auf die eigene Atmung und Anspannung zu achten, hat für einige durchaus etwas Meditatives. Auch als geteilte Sache zwischen Partnern kann es funktionieren, wenn einer den anderen dabei begleitet, mit Geduld und offener Kommunikation statt Erwartungsdruck. Muss aber nicht, viele üben auch einfach für sich allein.
Vorgehen: Schritt für Schritt
Bewährt hat sich, mit der kleinsten Größe eines Sets zu beginnen und diese so lange zu nutzen, bis sie sich vollkommen entspannt und beiläufig anfühlt – erst dann folgt der nächste Schritt. Zwischen den Einheiten liegen oft mehrere Tage Pause. Wichtiger als Tempo ist, dem Körper Zeit zu geben: Wer eine Größe erzwingt, bevor der Körper bereit ist, riskiert Schmerzen und macht den nächsten Versuch eher schwerer als leichter.
Vor jeder Einheit hilft ein paar Minuten bewusstes Entspannen, etwa durch tiefe Atmung. Der Einstieg sollte immer langsam erfolgen, mit reichlich Gleitgel und ohne Druck von außen – auch nicht durch die eigene Ungeduld.
Material: Plug, Dilator und Toy-Sets
Für Analtraining eignen sich vor allem gestufte Sets aus mehreren aufeinander aufbauenden Größen, meist aus medizinischem Silikon, Glas oder Edelstahl. Silikon ist weich und nachgiebig, Glas und Metall lassen sich besonders leicht reinigen und fühlen sich fester an. Entscheidend ist bei jedem Material eine breite Basis oder ein Griff, damit nichts vollständig in den Körper rutschen kann.
Hygiene und Sicherheit
Reichlich Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis ist beim Analtraining unverzichtbar, da der Anus im Gegensatz zur Vagina keine eigene Feuchtigkeit produziert. Toys sollten vor und nach jeder Nutzung gründlich gereinigt werden, bei gemeinsamer Nutzung mit einem Kondom überzogen und zwischen unterschiedlichen Körperbereichen nie ohne Reinigung gewechselt werden. Schmerzen sind dabei immer ein Stoppsignal, kein Hindernis, das es zu überwinden gilt.
Unser Hinweis: Geht es nicht um Zentimeter, sondern um Entspannung. Wer Schmerzen verspürt oder sich unsicher fühlt, sollte pausieren – der Körper braucht keinen Zeitplan.
Für Einsteiger
Der einfachste Einstieg gelingt mit einem kleinen, schlanken Plug und viel Gleitgel, in einer entspannten Umgebung ohne Zeitdruck. Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche reichen völlig aus – wichtiger als Häufigkeit ist, dass sich jede Einheit gut anfühlt. Wer merkt, dass etwas unangenehm wird, macht eine Pause und versucht es zu einem anderen Zeitpunkt erneut.
Weiterführende Informationen
- Safer Sex: Deutsche AIDS-Hilfe: Safer Sex – Informationen zu Gleitgel, Kondomnutzung und Risikominimierung, auch für Analsex.
- Glossar: BDSM-Glossar – weitere Begriffe rund um Anal Plug und verwandte Praktiken.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man trainieren?
Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche reichen aus, siehe Abschnitt Vorgehen. Mehr Tempo bringt keinen Vorteil.
Wie lange dauert es, bis man eine größere Größe schafft?
Das ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und hängt von Entspannung und regelmäßiger Übung ab, nicht von einem festen Zeitplan.
Ist Analtraining schmerzhaft?
Richtig ausgeführt nicht. Schmerzen sind immer ein Signal, langsamer zu machen oder zu pausieren, siehe Abschnitt Hygiene und Sicherheit.
Welches Gleitgel eignet sich am besten?
Wasser- oder silikonbasiertes Gleitgel, je nach Material des Toys, siehe Abschnitt Material.
Braucht man dafür spezielle Toys?
Gestufte Sets mit breiter Basis sind am praktischsten, einzelne Plugs funktionieren aber ebenso, siehe Abschnitt Material.
Ist Analtraining nur eine Vorbereitung auf Analsex?
Nein, viele Menschen betreiben es als eigenständige Praxis ohne weiteres Ziel, siehe Abschnitt Warum Analtraining.
Geduld statt Größe
Am Ende geht es beim Analtraining weniger um ein Ziel als um den Weg dahin. Wer sich Zeit lässt und auf den eigenen Körper hört, macht meist die Erfahrung, dass es entspannter und angenehmer wird, als der Name zunächst vermuten lässt.